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Das Aussehen der Musiker - Eine zweiseitige Medaille

Kürzlich habe ich mich darüber geärgert, dass manche Menschen Musiker und Musikerinnen offenbar gerne nach ihrem Aussehen beurteilen. "Die ist sexy, kann aber nicht singen", "was ist denn das für einer", "der Sänger sieht aus wie eine Frau", "die hat aber einen grossen Vorbau" und ähnliche Sprüche finden sich immer wieder auf Plattformen, bei denen es eigentlich nur um die Musik gehen sollte. Natürlich wird es nun im Internet eine Menge Leute geben, die einfach irgendwo ihren Frust ablassen müssen. Aber es kommt auch an Konzerten und Stammtischen vor.  Das Aussehen der Musiker wird ausgiebig unter die Lupe genommen, diskutiert und für gut oder schlecht befunden. Das ist einerseits schade, andererseits bin ich selbst auch nicht ganz frei davon. Vermutlich gelingt es niemandem, das Aussehen gänzlich zu ignorieren.
Warum ist das so? Warum kommt es einem manchmal vor, als drehe sich die Diskussion auf einmal nur noch um äusserliche Aspekte? Es ist …
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Die Leute im Hintergrund; Wichtig aber wenig beachtet

Letztens musste ich an Michael Landau denken. Sagt euch nichts? Macht nichts. Landau ist nämlich in erster Linie ein Studiomusiker, genauer ein Gitarrist, der auf diversen Alben bekannter Künstler seine Fähigkeiten zum Besten gegeben hat. Um nur einige zu nennen, wären da Faith Hill, Leann Rimes, Richard Marx, Céline Dion oder Anastacia, unter anderem wäre das. Offenbar gilt er als Studiolegende und ich dachte lange Zeit, ich wäre die einzige, die überhaupt seinen Namen kennt. Offenbar hat der Mann aber Fans, hauptsächlich unter Musikern, aber er hat auch eigene Bands (namentlich Burning Water und The Raging Honkies). Sucht man ihn auf Youtube, findet man diverses, sowie Studio-Videos, Guitar-Tutorials und so weiter und so weiter. Dann habe ich mich wieder meiner Alltagsmusik gewidment und musste an Desmond Child denken. Kennt ihr? Gut. Kennt ihr nicht? Macht nichts, aber mit ziemlicher Sicherheit kennt jeder von euch mindestens ein Lied von ihm. Child ist nämlich einer der erfolgrei…

Ein Fangirl sein - Kindisch oder eine Bereicherung?

Heute möchte ich über ein Thema reden, das mich schon seit einiger Zeit beschäftigt: Fangirling bzw. Fangirl sein; heisst schwärmen für irgendwelche Stars. Während sich der Begriff "Fangirl" oder auch "Fanboy" im Geektum (Fankult bei Filmen, Serien, Büchern etc.) längst etabliert hat, haben insbesondere Fangirls im Bereich Musik einen schlechten Ruf. Die meisten Menschen stellen sich unter dem Wort kreischende Teenager vor, die Justin Bieber heiraten möchten, und darüber jeglichen Realitätssinn verlieren. Doch wie bei vielen Dingen, ist das nur ein verbreitetes Vorurteil.

Um dem Phänomen auf den Grund zu gehen, müssen wir erst einmal wissen, was genau "Fangirl" eigentlich genau heisst. Eine sachliche und sehr gute Definiton liefern die Oxford Dictionaries: "A female fan, especially one who is obsessive about comics, film, music, or science fiction." (Quelle: https://en.oxforddictionaries.com/definition/fangirl)
Übersetzt: "Ein weiblicher …

Review - Visions Of Atlantis: The Deep And The Dark

Auf einen Satz heruntergebrochen, kann man zum neuen Visions Of Atlantis-Album "The Deep And The Dark" sagen: Die Scheibe ist gut, aber nicht heavy. Diese Zusammenfassung ist hier zugleich Prämisse. Die neue Konstellation mit dem vor einigen Jahren etablierten Sängerduo Clementine Delauney und Siegfried Samer sowie den anderen Mitgliedern aus der ebenso jungen Live-Konstellation scheint der Band gut zu tun. Gründungsmitglied und Drummer Thomas Caser garantiert dabei, dass der typische Stil der Band erhalten bleibt. Überraschungsangriff aus der TiefeEinige Leute, wie ich, dachten ja immer, Visions Of Atlantis wäre sozusagen die weisse Flagge des Symphonic-Metal, eine Wischiwaschi-Band, die der Genre-Bezeichnung nicht würdig ist. Entsprechend habe ich erst angefangen, die Band zu verfolgen, als Clementine Delauney zu ihnen stiess. Ich muss zugeben, dass ich mehr Clementine-Fan als VOA-Fan bin. Doch insbesondere unter diesen Umständen hat mich „The Deep And The Dark“ positiv übe…

Song der Woche: Nazareth "This Flight Tonight"

Erscheinungsdatum: Oktober 1973
Genre: Hardrock
geschrieben von: Joni Mitchell
aus dem Album: Loud'n'Proud

Was für ein Lied ist das?
Bei der Version von Nazareth handelt es sich um einen mittelschnellen, steten Rocksong. Es dominieren der stampfende Rhythmus und Sänger Dan McCaffertys Reibeisen-Stimme. Ursprünglich stammt das Lied von Joni Mitchell, es handelt sich hier um eine Coverversion.
Worum geht es?
Ganz simpel: Um jemanden, der den geliebten Partner oder die geliebte Partnerin verlässt und das augenblicklich bereut. Für mich ist es auch ein Lied, das sehr gut zu Sehnsucht allgemein passt oder dem Gefühl, jemanden zu vermissen.

Warum ist das Lied mein Song der Woche?
Weil es mich immer mal wieder begleitet. Ich habe das Lied mit siebzehn oder so kennengelernt und höre es seitdem immer wieder gerne. Ich verknüpfe auch besondere Erinnerungen mit dem Lied.


Review - Vuur: In This Moment We Are Free - Cities

Anneke Van Giersbergen ist eine Institution im Metal. Sie gehörte zu den Vorreiterinnen des melodiösen, powerlastigen, weiblichen Gesangsstils, der heute typisch für das Symphonic-Metal-Genre ist. Mit "The Gathering" hat sie in den 90er-Jahren die Verbindung von Gothic und Metal mitgeprägt, ist ein immer wiederkehrender Teil des Prog-Projektes Ayreon, das sowohl bei Kritikern als auch Fans grosses Ansehen geniesst. Zwischendurch führte sie diverse Soloprojekte. Wenn Anneke also sagt: "Schaut her, ich habe eine neue Band", bietet es sich an, hinzuschauen. Und vor allem hinzuhören. Denn es kommt mit Sicherheit etwas Interessantes dabei heraus. Erfahrung und Geduld Weitere Mitglieder der Band sind Ed Warby am Schlagzeug, Ferry Duijsens und Jord Otto an den Gitarren sowie Johan van Stratum am Bass. Allesamt erfahrene, gestandene Musiker und wie es scheint, allesamt genau die richtigen Leute für Anneke und dieses Wahnsinnsprojekt. Wahnsinn, weil es progressiv, komplizier…

Review - Kissin' Dynamite: Generation Goodbye - Dynamite Nights

Um es gleich vorwegzunehmen: Diese Anschaffung lohnt sich. Mittlerweile auch schon wieder ein gutes Jahr alt, war eine solche Veröffentlichung nach 11 Jahren Bandexistenz und 5 Alben nicht nur angebracht, sondern auch fällig.  Ich selbst habe in den letzten Jahren nur noch mit einem Auge auf die Band geschielt, was vermutlich auch daran lag, dass meine Sleaze-Phase nicht von Dauer geblieben ist. Auch habe ich ein wenig den Enthusiasmus verloren, weil mir das 2012er-Album "Money, Sex And Power" damals etwas aufgesetzt und gekünstelt vorkam. Es scheint, als hätte die Band mittlerweile einen definitiven Stil gefunden. Wer sie selbst erlebt hat, kann bestätigen, dass die Band auf der Bühne eine enorme Energie ausstrahlt, die einen unweigerlich mitreisst. Die meisten ihrer Songs sind schnell und actionreich, also nichts, was man mit Kopfhörern auf dem Sofa geniesst. Die Aufnahmen auf dieser DVD mit Doppel-CD nehmen diese Energie auf. Das Konzert vom 3. Dezember 2016 in Stuttgart…